18.12.17

Jugendreferent

Michael Weisbach wird neuer Leitender Referent des Evangelischen Jugendwerks im Bezirk Esslingen (eje).

Michael Weisbach

Der 46-Jährige gebürtige Stuttgarter tritt sein Amt Anfang Januar an. „Mein Herzenswunsch war es schon mit 16 Jahren, Jugendreferent zu werden. Ich spürte, das war meine Berufung“, erzählt Michael Weisbach. Doch zunächst machte er nach der Mittleren Reife eine kaufmännische Ausbildung. Als Zivildienstleistender bekam er anschließend eine Stelle im Bezirksjugendwerk Stuttgart-Filder, wo er selbst als Teilnehmer und ehrenamtlicher Mitarbeiter aktiv gewesen war – ein Glücksfall, wie er sagt. Die vielen Arbeitsbereiche und Menschen, die er dort kennenlernte, bestärkten ihn in dem Wunsch, eine Ausbildung zum Jugendreferenten zu machen. Diese absolvierte Weisbach im CVJM-Kolleg in Kassel. Für Kassel habe er sich entschieden, weil dort Theologie und Pädagogik gleich gewichtet seien. Nach fünf Jahren kehrte er nach Stuttgart zurück und hatte nicht nur die Ausbildung als Jugendreferent sondern auch als staatlich anerkannter Erzieher in der Tasche.

Es folgten 19 Jahre als Jugendreferent beim Bezirksjugendwerk Stuttgart-Filder, das später in die Evangelische Jugend Stuttgart einging. Berufsbegleitend absolvierte Michael Weisbach eine Ausbildung der württembergischen Landeskirche zum Diakon. Was ihn leidenschaftlich antreibt: „Ich fühle mich verpflichtet, die frohe Botschaft weiterzugeben und Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie Gott in unserer Gesellschaft wirkt.“

Bis heute ist er begeistert von seinem Beruf: „Jugendarbeit ist bunt und vielfältig, kein Tag ist wie der andere.“ Diese Vielfältigkeit könne eine Herausforderung sein, vor allem, wenn viele Abendtermine anstünden, doch sie biete auch Freiräume. „Wenn ich abends nicht bei meiner Familie bin, kann ich dafür vielleicht beim Mittagsessen auftauchen“, sagt der Vater einer 14-jährigen Tochter und zweier Söhnen im Alter von zwölf und sieben Jahren, der mit ihnen und seiner Frau, einer Sonderpädagogin, in Ostfildern lebt.

In Esslingen werden neben dem Schwerpunkt „Kinderarbeit“ vor allem auch Verwaltungsaufgaben und die Personalverantwortung für die acht hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihn zukommen. Eine Langzeitfortbildung im Evangelischen Jugendwerk Württemberg befähigt ihn für Leitungsfunktionen. Auch sein kaufmännisches Wissen werde ihm zu Gute kommen, ist Weisbach sicher. „Ich soll auch in die Zukunft schauen und Visionen entwickeln. Das geht aber nur mit anderen zusammen“, sagt der überzeugte Teamplayer. Der gesellschaftliche Wandel, der auch die Jugendarbeit betrifft, erfordere neue Strategien, um jungen Menschen Zugang zu eröffnen. „Kinder und Jugendliche sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und wir müssen Wege finden, darüber mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“ Vorbild zu sein, ist Weisbach wichtig: „Glaube muss im Alltag gelebt werden und als Jugendreferent ist man in den Alltag der Jugendlichen eingebunden.“ Überlegen will er zudem, wo Kooperationen mit anderen Akteuren der Jugendarbeit sinnvoll sind oder ausgebaut werden können. „Es ist gut, dass es ein breites Spektrum an Angeboten für junge Menschen gibt.“ Zugleich fordert er: „Als evangelische Jugendarbeit müssen wir mehr evangelisches Profil zeigen.“

Im eje gibt es derzeit viele Neuanfänge – ein Vorteil, wie Weisbach findet: Der Vorstand wurde ebenso neu gewählt wie der Bezirksarbeitskreis, das Leitungsgremium des eje. Und auch Bezirksjugendpfarrer Ulrich Enderle hat sein Amt erst im September angetreten. So könne man im Januar mit vollem Schwung loslegen, meint der neue Leitende Referent.

Kraft tankt Michael Weisbach nicht nur aus seinem Glauben. Ausgleich findet er auch in der Musik, beim Singen und Gitarre spielen. Außerdem ist er bekennender VfB-Fan und Freizeitkicker.

•    Am 2. Januar tritt Michael Weisbach seinen Dienst im Otto-Riethmüller-Haus in Esslingen an. Am 14. Januar um 10.30 Uhr wird er im Bläsergottesdienst in der Esslinger Stadtkirche von Dekan Bernd Weißenborn in sein neues Amt eingesetzt. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang.