14.02.17

Der neue Pfarrplan tut weh, ist aber auch eine Chance

Im Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen werden bis 2024 sechs Pfarrstellen wegfallen. Dies sieht die Personalplanung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der sogenannte Pfarrplan 2024, vor. Ihm muss allerdings Mitte März noch die Landessynode zustimmen. Ziel des Pfarrplans sei, die Kirchengemeinden auch künftig verlässlich mit Pfarrern zu versorgen und das Verhältnis der Zahl der Kirchenmitglieder zur Zahl der Pfarrer konstant zu halten, betonte Oberkirchenrat Wolfgang Traub bei der Vorstellung des Pfarrplans. Entlassungen werde es nicht geben.

Die Notwendigkeit, Pfarrstellen abzubauen, entsteht aus der demografischen Entwicklung. Nicht nur die Zahl der Kirchenmitglieder sondern auch die Kirchensteuereinnahmen werden langfristig sinken. Zudem gehen ab 2020 viele Pfarrer in den Ruhestand, während sich gleichzeitig weniger junge Menschen für ein Theologiestudium entscheiden.

Kirchenbezirk entscheidet frei

Der Pfarrplan sieht vor, insgesamt 220 der derzeit 1666 Pfarrstellen abzubauen. Statistisch verliert jeder der 47 Kirchenbezirke in Württemberg knapp 4,7 Stellen. Esslingen ist mit sechs Stellen überdurchschnittlich betroffen. Im Kirchenbezirk gibt es dann nur noch 29,75 Pfarrstellen. Bereits im letzten Pfarrplan, der bis Ende 2018 umgesetzt sein muss, verlor Esslingen 3,25 Stellen. Welche Pfarrstellen wegfallen oder reduziert werden, kann der Kirchenbezirk selbst frei entscheiden. Dazu muss er ein konkretes Stellenverteilungskonzept erarbeiten.

Verlässliche Personalplanung

„Die Veränderungen, auf die wir zugehen, schneiden ein und tun weh. Sie werden uns fordern“, sagt Dekan Bernd Weißenborn. Doch er sieht auch Gutes im Pfarrplan. „Eine Chance ist, dass wir neu zusammenwachsen können“, meint er mit Bezug auf das Motto „ZusammenWachsen“, das die Landeskirche über den Pfarrplan gestellt hat. Eine vorausschauende und damit für die Gemeinden und Kirchenbezirke verlässliche Personalplanung sei wichtig. Zudem könnten Gemeinden von einer intensiveren Zusammenarbeit profitieren und sich gegenseitig stützen. Auch Umstrukturierungen könnten sich positiv auf die Gemeindearbeit auswirken.

Entscheidung bis spätestens Frühjahr 2018

Auf der Bezirkssynode im März wird der Kirchenbezirk Esslingen einen Pfarrplansonderausschuss einsetzen. Dieser werde dann zügig mit den Beratungen zu den nötigen Kürzungen beginnen, so Weißenborn. Im Herbst 2017, spätestens aber im Frühjahr 2018 muss die Bezirkssynode das neue Stellenverteilungskonzept beschließen. Man werde nicht nur die Pfarrer, sondern auch die Kirchengemeinden möglichst umfassend in die Beratungen einbeziehen, kündigte der Dekan an. Er ist überzeugt: „Wir werden den Pfarrplan gemeinsam in guter Weise schultern.“

Bis November 2018 prüfen Oberkirchenrat und ein synodaler Sonderausschuss dann die Stellenverteilungskonzepte der Kirchenbezirke. Bis Ende 2024 muss der Pfarrplan umgesetzt sein.