Kirchensteuer - Geld, das viel Gutes bewirkt

Die Kirchensteuer ist die Haupteinnahmequelle der Kirche. Mit ihr werden unter anderem viele soziale und gesellschaftliche Aufgaben erfüllt.

Kirche als Solidargemeinschaft


Die Kirche versteht sich als Solidargemeinschaft. Und sie möchte auch für andere da sein. Die Kirchensteuer ist ein Ausdruck verbindlicher Gemeinschaft und ein wichtiger Betrag. Das Geld versickert nicht "irgendwo in dunklen Kanälen". Es arbeitet vielmehr ganz konkret für die Menschen in den Kirchenbezirken. Hauptaufgabe der Kirche ist und bleibt die Verkündigung. Weil diese nicht nur in Worten, sondern auch in Taten besteht, haben die Kirchengemeinden und Kirchenbezirke viele Aufgaben übernommen. Die Kirchensteuer trägt dazu bei, dass diese Aufgaben immer noch erfüllt werden können.

Haupteinnahmequelle Kirchensteuer

Was macht die Kirche mit der Kirchensteuer?

Mehr als 767 000 Euro gibt der Kirchenbezirk Esslingen für Kindergartenarbeit aus. Fast 100 Kindergartengruppen befinden sich in kirchlicher Trägerschaft. In ihnen werden Kinder ungeachtet ihrer Konfession oder Religion betreut.

Die diakonischen und sozialen Dienste im Kreisdiakonieverband – Schuldnerberatung, Psychologische Beratung, Betreuung von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, Unterstützung von Arbeitslosen oder Alleinerziehenden und vieles mehr - werden von Esslingen mit gut 478 000 Euro finanziert, insgesamt erhält der Kreisdiakonieverband von allem vier Kirchenbezirken im Landkreis gut 1,2 Millionen Euro für seine Arbeit. Auch diese Angebote richten sich an alle Bürger unabhängig von ihrer Konfessions- oder Religionszugehörigkeit.

Mit rund 705 000 Euro unterhält der Kirchenbezirk Kirchen, Gemeindehäuser, Pfarrhäuser und andere Immobilien in seinem Besitz. Etwa die Hälfte der Ausgaben der Kirchengemeinden sind Personalkosten für Mesner, Kirchenmusiker oder Jugendmitarbeiter.


Wie funktioniert das Kirchensteuersystem?

Die Kirchensteuer in Baden-Württemberg beträgt 8 % der Einkommens- und Lohnsteuer. Der größte Teil kommt von angestellten Arbeitnehmern und Selbständigen. 1997 wurde zudem das „besondere Kirchgeld“ eingeführt. Kirchgeld kann von Kirchensteuerpflichtigen erhoben werden, deren Ehegatte oder Lebenspartner keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört (Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe oder glaubensverschiedener Lebenspartnerschaft), vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 5 KiStG Baden-Württemberg.

Die Koppelung an die Lohn- und Einkommenssteuer bedeutet die direkte Abhängigkeit der Kirchensteuer von der Konjunktur und der Steuergesetzgebung des Staates.

Die Kirchensteuer wird von den Finanzämtern eingezogen. Der Staat erhält dafür 3 % der Kirchensteuer, das macht für die württembergische Landeskirche rund 16,7 Millionen Euro aus.

Geld für vielfältige Aufgaben - Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Geld für vielfältige Aufgaben - Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Wie wird die Kirchensteuer verteilt?

Nach Abzug verschiedener Beträge unter anderem für gesamtkirchliche Aufgaben oder die Unterstützung finanzschwacher Landeskirchen erhalten die Landeskirche und die Kirchengemeinden jeweils etwa die Hälfte des verbliebenen Kirchensteueraufkommens.
Die Landeskirche bestreitet daraus unter anderem die Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer und deren Pensionen.

Die Verteilung auf die Kirchenbezirke richtet sich nach deren strukturellen Bedingungen – städtische oder ländliche Gebiete – und deren Bedarf. 2011 hat der Kirchenbezirk Esslingen rund 5,7 Millionen Euro an Kirchensteuer erhalten, das sind gut 89 Euro pro Gemeindemitglied. Die vier unterschiedlich großen Evangelischen Kirchenbezirke im Landkreis erhielten insgesamt rund 16 Millionen Euro.

Leitlinien kirchlicher Finanzpolitik

Per kirchlichem Gesetz ist festgeschrieben, dass die Kirche lediglich für Investitionen, aber nicht für die laufenden Haushaltsgeschäfte Kredite aufnehmen darf. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Einkommen auskommen muss. Gelder im Kirchenbezirk Esslingen werden vor allem in festverzinslichen Geldanlagen bei Geldinstituten wie Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken angelegt, die durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert sind.

Abgeltungssteuer und Kirchensteuer

25 % Abgeltungssteuer werden künftig auf Zinserträge erhoben, die einen bestimmten Freibetrag überschreiten. Zugleich kann damit auch die Kirchensteuer auf diese Zinserträge von den Banken abgeführt werden. Vor allem für Menschen, die einer höheren Steuerprogression als 25 % unterliegen, bedeutet dieses Verfahren Vorteile, weil der Steuerbetrag festgeschrieben ist und der Steuerzahler somit sowohl Einkommens- wie auch Kirchensteuer spart.

Wenn Sie weitere Fragen haben:

Kostenloses Kirchensteuertelefon der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Tel. 0 800 / 7 13 7 13 7
kirchensteuerdontospamme@gowaway.elk-wue.de

Beratung im Kirchenbezirk:
Kirchliche Verwaltungsstelle Esslingen
Tel. 0711 93 08 05-0
KVST.esslingendontospamme@gowaway.elk-wue.de

Gesamtkirchenpflege Esslingen
Tel. 0711 39 69 73 10
kirchenpflege.esslingen@elk-wue.de

Fragen und Antworten zur Kirchensteuer