05.12.18

Gemeindehaus Laterne

Das Evangelische Gemeindehaus "Laterne" neben der Esslinger Stadtkirche wurde umfassend saniert.

Florian Hartmann und Siegfried Bessey (v.l.) im neu renovierten oberen Saal

Das Gemeindehaus „Laterne“ gleich neben der Esslinger Stadtkirche St. Dionys ist ein ganz besonderes Gebäude. Direkt an die historische Stadtmauer wurde der schmale Bau 1986 angebaut, der Blick aus den Fenstern geht auf den Roßneckarkanal, der scheinbar fast auf Augenhöhe vorbeifließt. Hier treffen sich die Kinderkirche, der Bibelkreis und andere Gemeindegruppen, es tagen Gremien und bei Veranstaltungen in der Stadtkirche wie etwa Konzerten dient die Laterne als Aufenthaltsort für die Künstlerinnen und Künstler.

Doch der Bau war in die Jahre gekommen, waren doch seit der Erbauung keine wesentlichen Sanierungsmaßnahmen vorgenommen worden, weiß Siegfried Bessey, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats von Evangelischer Stadtkirchen- und Gesamtkirchengemeinde. Wenn es regnete, drang durch das gläserne Dach Wasser ein und zog unter anderem den Parkettboden in Mitleidenschaft. So plante die Gesamtkirchengemeinde als Eigentümerin die Erneuerung des Lichtbands. Doch damit war es nicht getan. Als man die Decke öffnete, stellte man fest, dass ein tragender Balken morsch geworden war. Auch eine alte Lüftungsanlage, die schon lange nicht mehr in Betrieb war, sollte ausgebaut werden, berichtet Florian Hartmann. Der Architekt ist in der Gesamtkirchengemeinde für die kirchlichen Bauten zuständig. Die „Laterne“ wurde vom Esslinger Architekten Werner Barth gebaut und das Büro Barth und Partner hat nun auch die Sanierungsmaßnahme begleitet.

Die größeren Eingriffe bedeuteten ihrerseits, dass die aktuellen Brandschutzvorschriften zu erfüllen waren. „Es kam eines zum anderen. So machte es Sinn, das gesamte Gebäude zu sanieren“, sagt Bessey. Und deshalb bekam die „Laterne“ nicht nur ein neues Glasdach samt Sonnenschutz, sondern auch eine Akustikdecke im oberen der beiden Säle. Die neue Dämmung des Metalldaches sorgt dafür, dass es im Sommer in den Räumen künftig nicht mehr so warm wird. Im unteren Saal entstand durch den Ausbau der Lüftungstechnik Raum für eine Teeküche. Decken, Wände, Türen und Fenster wurden in hellen Tönen neu gestrichen, so dass die „Laterne“ jetzt lichter und freundlicher wirkt. Der aufgearbeitete Parkettboden sieht aus wie neu und auch die Sanitäranlagen samt Eingangsbereich und Treppenhaus wurden saniert. Die Natursteinböden wurden abgeschliffen und überall gibt es jetzt eine energiesparende Beleuchtung mit LED-Lampen. Außerdem wurde das Mobiliar aufgearbeitet.

Gut 130 000 Euro haben die aktuellen Baumaßnahmen gekostet. Rund 30 000 Euro werden über Spenden abgedeckt. Die Stadtkirchengemeinde steuert zudem ihrerseits 5000 Euro bei und auch von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg erwartet man einen Zuschuss.

„Wenn wir die Räume jetzt so schön saniert haben, möchten wir sie besser nutzen und verstärkt zur Vermietung auch an Privatleute anbieten“, sagt Bessey. Der obere Saal hat gut 50 Quadratmeter Fläche, der untere etwas weniger. Beide Räume verfügen nun über eine Teeküche.

Am 16. Dezember können sich Interessierte nach dem Gottesdienst in der Stadtkirche gegen 11.30 Uhr bei einem Kirchentee ein Bild von der neuen „Laterne“ machen.