30.11.18

Advent

Freundlichkeit macht das Leben leichter – ein Impuls zum Advent von Pfarrer Christoph Schweizer

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig. (Titus 3,4)

„Hier in Schottland fällt mir extrem auf, wie freundlich und entspannt die Leute sind“, erzählt mir ein Bekannter. Das kann einem auf Reisen schon mal passieren. Man stellt verwundert fest, wie auffallend freundlich die Menschen anderswo sind.

Jetzt im Advent sind auch wir hier in Deutschland oft ein bisschen freundlicher als sonst. Vielleicht, weil wir ahnen: Wenn die äußeren Bedingungen am Rauesten und Unwirtlichsten werden, haben wir die Freundlichkeit besonders nötig. Man rückt ein bisschen näher, auf Weihnachtsfeiern, in der Kaffeerunde im Kollegenkreis oder abends in der Familie, wenn man gemeinsam einen Weihnachtsfilm schaut oder eine Adventsgeschichte liest, und Spekulatius, Glühwein und Punsch duften.

Freundlichkeit ist eine wunderbare Sache. Sie macht das Leben leichter. Im anderen nicht vorschnell den Gegner oder die Konkurrentin sehen, sondern den Mitmenschen. Einander wahrnehmen und zuhören. Wir können das von Gott lernen. Die Bibel sagt: Gott schaut uns Menschen freundlich an. Er kennt unsere Schwächen, und unter manchen leidet er nicht weniger als wir selbst. Und doch bleibt er uns zugewandt.

Für mich steckt im Glauben an diesen menschenfreundlichen Gott der Ansporn, es ihm nachzumachen. Okay, ich bin nicht Gott und ich bin nicht perfekt. Manchmal schaffe ich es nicht, freundlich zu sein. Mir das einzugestehen ist ein wichtiger Bestandteil der Freundlichkeit. Manchmal ist Freundlichkeit auch nicht dran, sondern Klartext in der Auseinandersetzung. Wichtig ist, dass darunter der freundliche Grundton nicht zugedeckt wird. Denn Gott schaut mich freundlich an. Und dich auch.