08.11.19

Bezirkssynode

Haushalt, Satzungsänderungen, Projekte: Auf ihrer letzten Sitzung war die Bezirkssynode fleißig.

Kirchenbezirksrechner Frank Kaltenborn eröffnete die Vorstellung Haushaltsplanes 2020 für den Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen in der Bezirkssynode mit einer guten Nachricht: Die Kirchensteuerzuweisung durch die Evangelische Landeskirche wird um vier Prozent erhöht. Insgesamt hat der Haushalt ein Volumen von rund 3,3 Millionen Euro (Vorjahr: 3,1 Millionen). Grund für die sprudelnden Kirchensteuern ist die florierende Wirtschaft. Kaltenborn warnt aber vor einer finanziellen Eintrübung: „Die Zeiten ständig steigender Kirchensteuereinnahmen scheinen vorbei zu sein.“ Er appellierte an die Kirchengemeinden, mit dem „Zusatzbonbon“ der Sonderausschüttung „verantwortungsvoll umzugehen“.

Nichtsdestotrotz haben die Mitglieder der Bezirkssynode beschlossen, Geld für ein innovatives Projekt freizugeben. Die Lukaskirche im Mettinger Gemeindeteil Weil soll zu einem Zentrum für das Quartier aufgewertet werden. Dazu wird auf drei Jahre eine viertel Personalstelle finanziert. Ermöglicht wird dies durch einen Sonderfonds der Landeskirche für innovative Projekte. „Wir wollen ein diakonisches Netzwerk um die Lukaskirche aufbauen“, sagte Pfarrer Peter Rohde. Durch Neubauten wird der Stadtteil im kommenden Jahr von 1.200 auf 1.800 Bewohner wachsen. „Die Kirche zeigt im neugestalteten Quartier Gesicht“, so Rohde. Familien und Kinder sollen angesprochen werden, Neubürger und Alteingesessene sich begegnen. In Weil gebe es außer dem Einkaufszentrum keine öffentliche Einrichtung. Die zentral gelegene Kirche sei ein idealer Treffpunkt. Der Kreisdiakonieverband Esslingen unterstützt das Projekt. Dessen Geschäftsführer Eberhardt Haußmann beobachtet: „Geldgeber wie die Aktion Mensch unterstützen solche Projekte der Quartiersarbeit.“ Kirche und Diakonie müssten jedoch in Vorleistung gehen. „Wir sind bereits seit 2016 in Gesprächen mit der Stadt, bislang ohne Ergebnis“, berichtet Rohde. Und Haußmann ergänzt: „Man braucht einen langen Atem, bis man in die kommunale Regelfinanzierung kommt.“

Die Sitzung der Bezirkssynode war die letzte der aktuellen Legislaturperiode. Am 1. Dezember werden neue Kirchengemeinderäte und damit auch Bezirkssynodale gewählt.  Gelegenheit für die Vorsitzende Ulrike Sämann aus Plochingen, die Arbeit der letzten sechs Jahre zu würdigen. Auf der Agenda hätten die Konsolidierung der Finanzen des Bezirks und andere große Aufgaben gestanden. Das Thema Jugendarbeit habe der Bezirkssynode am Herzen gelegen. Die Finanzierung bestehender Stellen wurde gesichert, durch eine gemischte Finanzierung wurde eine zusätzliche Jugendreferentenstelle für Plochingen und Deizisau geschaffen. Sämann dankte den Synodalen, „dass Sie unsere Kirche mitgestalten. So können wir den christlichen Glauben weiter in unsere Welt tragen.“ Dekan Bernd Weißenborn ergänzte: „Es war eine intensive Zeit der Gestaltung. Wir haben eine Menge geschafft.“ Der neuen Bezirkssynode würden „nicht zu viele ungelöste Themenbereiche“ übergeben. Er dankte Sämann, die ihm zur Wiederwahl als Dekan gratulierte, für ihre umsichtige Leitung der Bezirkssynode und ihren unermüdlichen Einsatz.