10.01.19

Zum Tod von Werner Schrade

Der frühere Rektor der Hochschule für Kirchenmusik und Esslinger Kantor Prof. Werner Schrade ist gestorben.

Werner Schrade

Am 14. Dezember verstarb im Alter von 91 Jahren in Reutlingen Werner Schrade, am 21. Dezember fand dort die Trauerfeier statt. Die Evangelische Kirche in Esslingen gedenkt seiner in Hochachtung und Dankbarkeit. Schrade, der in Nürtingen geboren wurde, gehörte zu den wichtigsten Motoren und Entscheidungsträgern der Kirchenmusik in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er hat Generationen vom Kirchenmusikern geprägt - nicht nur in Esslingen.

Schrade hatte zunächst in Reutlingen am Predigerseminar unterrichtet. 1967 bot ihm Hans-Arnold Metzger an, einen Teil seiner Aufgaben in Esslingen zu übernehmen. So wurde Schrade Kantor und Organist an der Stadtkirche St. Dionys und Lehrer für Orgelmusik an der Kirchenmusikschule. Dort hatte Schrade nach dem Zweiten Weltkrieg selbst Kirchenmusik studiert. 1977 übernahm er nach dem plötzlichen Tod Metzgers die Leitung der Kirchenmusikschule, die 1989 zur Hochschule ernannt wurde. Außerdem unterrichtete er Chorleitung. 1987 erfolgte die Ernennung zum Professor. 1991 ging Schrade in den Ruhestand.

Werner Schrade hat die Kirchenmusik an der Stadtkirche St. Dionys nachhaltig und segensreich beeinflusst. Ihm oblag die Leitung der Kantorei und der Jugendkantorei von 1967 bis 1989. Als Organist war er von 1967 bis 1978 tätig. Wichtig war ihm immer der Gottesdienst. Bei aller Kunst des Orgelspiels und der Chorleitung sollte der Bezug zur Gemeinde nicht verlorengehen. „Ich bin dankbar für den kirchenmusikalischen Segen im Lebenswerk von Prof. Schrade, der bis heute fortwirkt“, sagt Bernd Weißenborn, Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen. Vielen bleibe Werner Schrade mit seinen besonderen musikalischen Fähigkeiten in guter, lieber Erinnerung. Seine bescheidene, ganz der Sache - der Musik und ihrem Verkündigungsauftrag - zugewandte Art habe viele beeindruckt und so auch bei ihnen die Liebe zur Musik geweckt, sagt Weißenborn. Zahlreichen, vor allem auch jungen Menschen, war er zudem menschlich ein Vorbild.

Zu verdanken ist Schrade auch die Neugründung des Esslinger Kammerchors, den er selbst bis 1992 geleitet hat.