11.03.19

Vesperkirche 2019

Satt werden an Leib und Seele: 11. Esslinger Vesperkirche von 17. März bis 7. April in der Frauenkirche

„Gemeinsam an einem Tisch“ ist auch im elften Jahr ihres Bestehens das Motto der Esslinger Vesperkirche, die zwischen dem 17. März und dem 7. April in der Esslinger Frauenkirche stattfindet. Getragen wird die Vesperkirche von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband im Landkreis Esslingen (KDV) in Kooperation mit der Katholischen und der Evangelisch-methodistischen Kirche in Esslingen sowie der Caritas Fils-Neckar-Alb. „Die Vesperkirche lebt vom ökumenischen Geist“, sagt der Esslinger Dekan Bernd Weißenborn. Und er betont: „Die Vesperkirche hat sich zu einem herausragenden sozial-diakonischen Projekt entwickelt.“

Für einen Mindestbetrag von 1,50 Euro gibt es ein wohlschmeckendes und reichhaltiges Mittagessen samt Getränken, Kaffee und Kuchen, das jeden Tag zwischen 12 Uhr bis 14 Uhr an schön gedeckten Tischen serviert wird. Doch die Vesperkirche will mehr sein, als Menschen, die wenig Geld haben, ein leckeres Essen zu bieten. „Sie ist ein Ort der Begegnung, ein Raum von Respekt, Toleranz und Gemeinschaft“, betont der Dekan. In der Frauenkirche begegnen sich Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Arm und Reich, Jung und Alt, Menschen mit und ohne Arbeit treffen sich hier und können so von anderen Lebenswelten erfahren. Ganz bewusst wolle man mit der Vesperkirche Armen und Einsamen eine Stimme geben und sichtbar machen, dass es auch in Esslingen soziale Ungerechtigkeit gibt, sagt Weißenborn.

Rund 640 Ehrenamtliche – Einzelpersonen und Gruppen, darunter rund 40 Geflüchtete – sorgen dafür, dass in der Vesperkirche alles reibungslos läuft. Während es laut Bernd Schwemm, dem Leiter der Vesperkirche, nur an wenigen Tagen noch Engpässe bei den Ehrenamtlichen gibt, mangelt es an Kuchenspenden. 30 bis 40 Kuchen werden täglich benötigt. „In diesem Jahr fehlen uns noch Zusagen für rund 500 Kuchen“, sagt Schwemm.

Als rein aus Spenden finanziertes Projekt ist die Vesperkirche auf die Unterstützung Vieler angewiesen. Rund 100 000 Euro Kosten fallen jährlich an. Nur ein Drittel kommt über die Essen wieder in die Kasse. Wer es sich leisten kann, sollte für das Mittagessen deshalb einen solidarischen Beitrag leisten, denn die Träger müssen für jedes Essen sechs Euro bezahlen, appelliert KDV-Geschäftsführer Eberhard Haußmann an die Großzügigkeit der Bessergestellten. Ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der Vesperkirche ist das Benefizessen, das Hans und Waltraud Rapp organisieren und sponsern. Auch ein Benefizkonzert am 30. März um 19 Uhr in der Stadtkirche kommt der Vesperkirche zu Gute. Aufgeführt wird das Musical „Der Weg des Paulus“.

Die Vesperkirche mahnt zu sozialer Gerechtigkeit. Dazu gehört für Haußmann auch bezahlbarer Wohnraum. „Das ist im Landkreis derzeit das drängendste Problem, das teilweise auch die Mittelschicht betrifft“, betont er. Wer einen Großteil seines Einkommens für Miete ausgeben müsse, für den bleibe oft wenig für andere Dinge. Kommunen müssten in Sachen Leerstand und sozialem Wohnungsbau aktiv werden, fordert er. Auch ein Sozialticket für den Öffentlichen Nahverkehr für Bedürftige hält er für nötig. Am 4. April findet um 18 Uhr in der Frauenkirche ein Abend mit dem Titel „Unerhört! Gesellschaft gestalten“ statt, bei dem die Gäste mit derzeitigen und künftigen Gemeinderäten über soziale Themen diskutieren können.

Im vergangenen Jahr ging zum Jubiläum der Esslinger Vesperkirche ein Runder Tisch auf Reisen. Er machte an 32 Stationen im Landkreis Halt und brachte die Vesperkirche so unter die Leute. Es gab Kultur unterm Gingko-Baum, Begegnungen im Jobcenter oder beim Kino auf der Burg. Alexander Bergholz, der die Reise organisiert und das Projekt geleitet hat, erzählt von vielen positiven Erlebnissen. „Es fand gesellschaftliches Miteinander statt.“ Über die Reise des Tisches hat er eine Foto-Ausstellung zusammengestellt, die in der Frauenkirche zu sehen sein wird. Der Tisch kehrt nun in die Frauenkirche zurück und am 30. März wird Staatsministerin Annette Widmann-Mauz daran Platz nehmen, um mit Ehrenamtlichen, Gästen und auch Geflüchteten ins Gespräch zu kommen.

Die Frauenkirche ist derzeit wegen der Baustelle am Altstadtring nur schwer erreichbar. Damit die Besucher den Weg finden, habe man bei der Stadt um eine bessere Beschilderung gebeten; sagt Weißenborn. Eine Wegbeschreibung findet sich außerdem auf der Internetseite der Evangelischen Stadtkirchengemeinde www.stadtkirchengemeinde-esslingen.de  oder der Vesperkirchen-Homepage www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de.  Rollstuhlfahrer sollten sich telefonisch (0711 370 33 09) melden, wenn sie vor Ort sind. Sie werden dann dort abgeholt, wo sie nicht mehr weiterkommen.

•    Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst findet am Sonntag, 17. März, um 10.30 Uhr in der Frauenkirche statt.

•    Für die Vesperkirche werden dringend noch Kuchenspenden erbeten. Wer bereit ist, einen Kuchen beizusteuern, sollte sich über die Kuchenhotline melden (Tel. 01781486198). Die Kuchen können montags bis samstags von 9 bis 12 Uhr im Diakonieladen in der Küferstraße abgegeben werden, sonntags direkt in der Frauenkirche.

•    Weitere Informationen: www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de
Kontakt: Bernd Schwemm Tel. 0711-370 22 09 oder bernd.schwemmdontospamme@gowaway.gmx.de

•    Spendenkonto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen
IBAN: DE24611500200000902 579     
BIC: ESSLDE66XXX
Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen     
Verwendungszweck: Vesperkirche