12.02.19

Kindergarten Plochingen

Der Neubau des evangelischen Kindergartens „Bühleiche“ in Plochingen wird am 17. Februar eingeweiht.

Außenansicht

Gruppenraum

Betritt man den Neubau des evangelischen Kindergartens „Bühleiche“ im Plochinger Stadtteil Stumpenhof, wähnt man sich auf einer grünen Wiese. Neben dem hellgrünen Linoleumboden trägt zu diesem Eindruck auch bei, dass das neue Gebäude dank großer Fensterflächen und Oberlichtern hell und lichtdurchflutet ist. Die Kindergartenkinder haben ihr neues Domizil bereits erobert. Vor allem der großzügige Flur ist zum Spielen beliebt.

Im Neubau gleich neben der Paul-Gerhardt-Kirche haben Erzieherinnen und Kinder nun nicht nur wesentlich mehr Platz, das Gebäude ist auch baulich auf dem neuesten Stand und vor allem barrierefrei. Dies alles war beim 1959 erbauten Vorgänger nicht der Fall, erklärt Gottfried Hengel, geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Plochingen. „Es war seit langem klar, dass der alte Kindergarten dringend grundlegend saniert werden müsste“, erklärt Hengel. Das angebaute Mesnerhaus und die Tatsache, dass die Gruppenräume nicht auf einer Ebene lagen, hätte eine Sanierung inklusive Barrierefreiheit sehr schwierig gemacht, sagt Hengel. Letztlich entschied sich die Kirchengemeinde für einen Neubau. Der Kindergarten zog während der Bauzeit gleich nebenan in die Gemeinderäume unter der Paul-Gerhardt-Kirche. Das Interimsquartier, das ursprünglich aus einem großen Raum und Nebenräumen bestand, wurde unterteilt und umgebaut. „Es sollte nicht nur ein Provisorium sein“, betont Hengel. Die Gemeindegruppen, die den Gemeinderaum zuvor nutzten, fanden in anderen kirchlichen Gebäuden Unterschlupf.

Im Sommer 2017 rückten die Abrissbagger an. Im November war Baubeginn und bereits gut ein Jahr später war der neue Kindergarten fertig. „Der enge Zeitrahmen war die größte Herausforderung“, sagt Architekt John Burkle. Er hat einen langgestreckten, eingeschossigen Flachdachbau entworfen. Dieser soll die Architektur der benachbarten, 1966 eingeweihten Kirche aufnehmen. „Wir wollten erreichen, dass Kirche und Kindergarten als Ensemble wahrgenommen werden“, sagt Burkle. Auch die Holzverschalung der Kita-Fassade bilde im Kleinen den Rhythmus der Beton-Außenwände der Kirche ab.

Die Gruppenräume sind nach Süden orientiert, wo sich der Außenbereich mit altem Baumbestand anschließt. Eine durchgehende Terrasse ermöglicht den schwellenlosen Zugang zum Garten. Neben den beiden großen Räumen für die zwei Kindergartengruppen gibt es jeweils einen Kleingruppenraum, Garderoben, Küche, Ruheraum, Werkstatt und einen großen Bewegungsraum samt Kletterwand. Alle Räume sind durch einen langen Flur verbunden, den die Kinder gerne  nutzen, etwa um eine Eisenbahn aufzubauen, berichtet Kita-Leiterin Jana Hämmerer.

Eine Akustikdecke aus unbehandeltem Weißtannenholz aus dem Schwarzwald schluckt viel Schall. „Im alten Kindergarten habe ich eine nervöse Energie gespürt“, sagt Burkle. Jetzt geht es in den Räumen viel leiser zu. Nicht nur die Kinder, auch die Erzieherinnen sind vom Neubau hellauf begeistert. Mit einer Gesamtfläche von 400 Quadratmetern inklusive aller Nebenräume gibt es nun viel mehr Platz, gegenüber nur etwas mehr als 200 Quadratmetern im alten Kindergarten. Deshalb können statt eineinhalb künftig zwei Gruppen mit insgesamt 44 Plätzen für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren im Kindergarten betreut werden. „Durch die größere Fläche gibt es wesentlich weniger Konflikte unter den Kindern. Auch die gute Akustik trägt zum friedlichen Miteinander der Kinder bei“, ist Hämmerer überzeugt.

Einen Kindergarten zu bauen sei eine besonders schöne Aufgabe, verrät der Architekt. Burkle war es wichtig, nicht nur seine Auftraggeber, sondern auch die Erzieherinnen mit einzubeziehen. „Das Team war eingebunden und konnte Einfluss nehmen auf Materialien und Farben“, betont Hengel. Und so präsentiert sich der Kindergarten Bühleiche in fröhlichem Grün, Gelb, Rot und Orange.
Und auch die Kinder haben Abriss und Neubau genau beobachtet. Schon beim Ausräumen des alten Kindergartens waren sie begeistert dabei, erzählt Hämmerer. Und einem besonders freundlichen Baggerfahrer haben sie sogar einen Kuchen gebacken. Immer wieder durften sie auch die Baustelle besuchen.

Auf gut 1,6 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten für den Neubau. 80 Prozent davon trägt die Stadt Plochingen, den Rest von rund 300 000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen. Sie bekommt Zuschüsse von der Evangelischen Landeskirche und dem Kirchenbezirk Esslingen. Das nächste Bauprojekt steht schon an: Bevor die Gemeindegruppen wieder in ihre angestammten Räume in der Kirche zurückkehren können, sollen diese umgebaut und barrierefrei gestaltet werden.

Die Evangelische Kirchengemeinde lädt am kommenden Sonntag, 17. Februar, zur offiziellen Einweihung des Kindergartens im Bühleichenweg ein. Sie beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche. Anschließend können die neuen Räume besichtigt werden. Für Kinder gibt es ein kleines Programm.