18.11.19

Endspurt Kirchenwahl

Am 1. Dezember wird in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gewählt.

Kandidieren für die Landessynode: Tobias Geiger, Michael Klein, Markus Brenner, Andreas Arnold, Ulrike Sämann und Christoph Schweizer (v.l.)

90 Mitglieder der Landessynode sind ebenso zu bestimmen wie die Mitglieder der Kirchengemeinderäte vor Ort. Für die Synodalwahl bilden die Evangelischen Kirchenbezirke Esslingen und Bernhausen einen gemeinsamen Wahlkreis. Die Wahlperiode beider Gremien dauert jeweils sechs Jahre. Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder ab 14 Jahren. Im Wahlkreis Esslingen-Bernhausen sind dies rund 91 000 evangelische Christen. Gewählt werden kann, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Bei der letzten Kirchenwahl lag die Wahlbeteiligung bei rund 25 Prozent, weiß Wahlleiter Jürgen Wintergerst. „Doch wir hoffen auf 30 Prozent.“ Dazu beitragen soll, dass dieses Mal alle Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen. Trotzdem ist eine persönliche Stimmabgabe im örtlichen Wahllokal möglich.

Der Kirchengemeinderat leitet gemeinsam mit Pfarrerin oder Pfarrer die Kirchengemeinde. Das Gremium setzt Schwerpunkte der Gemeindearbeit. Die Mitglieder tragen unter anderem die Verantwortung für Verkündigung und diakonische Aufgaben, die Verwaltung des kirchlichen Haushalts und des Gemeindevermögens, Bau und Erhaltung der Gebäude, als Arbeitgeber für hauptamtliche Mitarbeiter der Gemeinde, bei der Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen, die Gottesdienstordnung und bei der Besetzung von Pfarrstellen. „In allen Kirchengemeinden kann gewählt werden, da sich ausreichend Kandidierende gefunden haben“, freut sich der Esslinger Dekan Bernd Weißenborn. Gewählt werden je nach Größe der Kirchengemeinde zwischen fünf und 18 Ratsmitglieder. Die Kandidierenden kämen aus allen Generationen. „Wer wählen geht, kann in der Kirche mitbestimmen“, wirbt der Dekan für die Wahl.

Die Landessynode ist das „Parlament“ der Landeskirche, hat jedoch nicht die gleichen Funktionen wie ein politisches Parlament. Sie beschließt unter anderem die kirchlichen Gesetze, den Haushalt und die Verteilung der Kirchensteuermittel an die Gemeinden, erklärt Wintergerst. Weil der derzeitige Landesbischof Frank Otfried July im Laufe der Amtsperiode in den Ruhestand gehen wird, wählt die Synode auch seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger. Die württembergische Landessynode ist die einzige evangelische Synode in Deutschland, die in Urwahl von den Kirchenmitgliedern bestimmt wird. Gewählt werden insgesamt 60 Laien und 30 Theologinnen und Theologen.

Für die Landessynode kandidieren im Wahlkreis Esslingen-Bernhausen sechs Personen – fünf Männer und eine Frau. Die Kandidierenden - drei Theologen und drei Nicht-Theologen – bewerben sich um insgesamt vier Sitze in der Landessynode. Die Mitglieder der Synode sind in Gesprächskreisen organisiert. Diese vertreten unterschiedliche kirchenpolitische Richtungen. Allerdings gibt es in der Synode keinen Fraktionszwang.

Für „Christen miteinander“, das Wahlbündnis der Gesprächskreise „Offene Kirche“ und „Evangelium und Kirche“, kandidieren die Plochinger Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Sämann und Christoph Schweizer, Pfarrer in St. Bernhardt zum Hohenkreuz in Esslingen sowie Pressepfarrer des Kirchenbezirks Esslingen. Für den Gesprächskreis „Kirche für morgen“ bewerben sich der Ostfilderner Landschaftsgärtner Markus Brenner und Andreas Arnold, Pfarrer in Filderstadt-Bonlanden. Der Theologiestudent Michael Klein und Tobias Geiger, Pfarrer in Filderstadt-Sielmingen, stellen sich für die „Lebendige Gemeinde“ zur Wahl. Sämann und Geiger sind Mitglieder der derzeitigen 15. Landessynode, Brenner gehörte der 14. Landessynode an.

 

Mehr zu den Kandidierenden unter www.kirchenwahl.de/die-landessynode/kandidaten-finden/