19.10.20

Gemeindediakonin

Anina Pallmann ist neue Gemeindediakonin in St. Bernhardt zum Hohenkreuz in Esslingen.

Den Horizont erweitern, Erfahrungen mit anderen Religionen und Kulturen machen und neue Beziehungen knüpfen – diese Worte hört man immer wieder im Gespräch mit Anina Pallmann. Die 26-Jährige ist neue Gemeindediakonin in der Evangelischen Kirchengemeinde St. Bernhardt zum Hohenkreuz in Esslingen. Dort ist sie vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Außerdem ist sie als Seelsorgerin im Pflegeheim Katharinenstift in Esslingen-Sulzgries tätig.

Aufgewachsen in der kleinen Gemeinde Nellmersbach bei Winnenden hat sie früh Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt. Die evangelische Kirchengemeinde sei ihr rasch zur zweiten Heimat geworden, erzählt sie. Zu erleben, dass sie so angenommen wurde, wie sie ist, gab dem damals schüchternen Mädchen Selbstbewusstsein. „Diese Erfahrung, dass ich ein wertvoller Mensch bin, will ich anderen weitergeben. Junge Menschen können im Glauben Halt und Orientierung finden“, ist Pallmann überzeugt.

Sie studierte Religions- und Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Derzeit absolviert sie noch einen berufsbegleitenden Masterstudiengang in Gemeindepädagogik. Die Masterarbeit zum Thema digitale Kirche steht noch aus. Bevor sie nach Esslingen kam, war Anina Pallmann eineinhalb Jahre in Schorndorf für schulbezogene Jugendarbeit und ein Jugendcafé zuständig.

Geprägt haben die Diakonin, die mit ihrem Mann in Beutelsbach lebt, vor allem auch Auslandserfahrungen. Ein Jahr Freiwilligendienst nach dem Abitur bei einem evangelischen Jugendwerk in der Slowakei zeigte ihr, „wie Glaube anderswo gelebt wird“. Im Studium arbeitete sie unter anderem mit Geflüchteten und in der Telefonseelsorge. Das habe ihren Blick geweitet. Die Erfahrungen mit sozial benachteiligten Menschen hätten ihr gezeigt, dass Kirchengemeinde für alle Menschen da sein sollte. Ein Lehrkurs im Oman gab ihr während des Studiums Einblicke in den muslimischen Glauben. „Das hat mein Herz für den interreligiösen Dialog geöffnet.“ Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie zudem im Weltdienst des Evangelischen Jugendwerks in der Partnerschaft mit einem orthodoxen Frauenkloster in Rumänien engagiert. Die Arbeit beim Aufbau des Klosters und die Begegnung mit den orthodoxen Gläubigen führten zu der Erkenntnis, „dass es im Glauben darauf ankommt, was uns eint. Der gemeinsame Glaube kann über Grenzen hinwegtragen.“

St. Bernhardt zum Hohenkreuz hat sie als offene und vielfältige Gemeinde kennengelernt. "Es gibt hier viele Frömmigkeitsstile und Gottesdienstformen unter einem Dach. Das gefällt mir.“ Auch der interreligiöse Dialog wird gepflegt und die Gemeinde unterhält seit vielen Jahren eine Partnerschaft in Togo. In der Gemeinde verbänden sich viele wichtige Punkte mit ihren Interessen, freut sie sich.

Anina Pallmann wird ihren Schwerpunkt in der Kirchengemeinde in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben. Kinderkirche, Konfirmandenunterricht und Konfi3, der vorgezogene Konfirmandenunterricht in der dritten Klasse, die Mitarbeitergewinnung vor allem in der Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit dem CVJM gehören unter anderem dazu. Außerdem wird sie sich in der Grundschule St. Bernhardt einbringen. In welcher Form, stehe wegen Corona noch nicht fest, erzählt die Diakonin. Einiges muss noch geklärt werden, bevor Anina Pallmann durchstarten kann. Eines hat sie aber schon auf dem Zettel: Für die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die eigentlich im März eingesegnet werden sollten und nun in der Warteschleife hängen, soll es Aktionstage geben. „Wir möchten ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind.“

Beziehungsarbeit ist Anina Pallmann wichtig. „Man muss den Einzelnen sehen.“ Das gilt auch für die ehrenamtlich Engagierten. Sie sollten sich in der Gemeinde heimisch fühlen und bräuchten einen verlässlichen Ansprechpartner. „Ohne Ehrenamtliche könnten wir nichts bewegen“, ist Pallmann überzeugt.

In ihrer Freizeit ist sie gerne in der Natur oder arbeitet im Garten, wandert, fährt Fahrrad oder geht walken. „Ich liebe es, Menschen zu treffen und reise gerne um die Welt.“