03.01.21

Kindertagesstätten

Frauke Reinhold ist neue Fachberaterin für die evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenbezirk.

Frauke Reinhold

Die 48-Jährige ist damit für 45 Einrichtungen in zehn Kirchengemeinden mit insgesamt 111 Kita-Gruppen zuständig. Ihr neues Amt tritt sie Anfang Februar an. Frauke Reinhold, die mit ihrem Mann in Waiblingen lebt, bringt viel praktische Erfahrung auf dem Feld der Kindertageseinrichtungen, aber auch aus den Bereichen Erwachsenenbildung, Personal und Organisation mit. Die gelernte staatlich anerkannte Erzieherin hat 16 Jahre lang in einem evangelischen Kindergarten in Stuttgart gearbeitet, die letzten neun Jahre als Einrichtungsleiterin. „Da konnte ich Erfahrungen in allen Rollen sammeln“, sagt Reinhold. Doch der Wunsch, sich weiterzubilden, trieb sie um. Sie absolvierte berufsbegleitend zunächst eine Ausbildung zur staatlich geprüften Fachwirtin für Organisation und Führung mit Schwerpunkt Sozialwesen und dann zur geprüften Personalfachfrau und zur Betriebswirtin IHK. Dabei habe sie viel über Abläufe, Strukturen und Personalwesen in Unternehmen gelernt. Das alles sei eine gute Vorbereitung auf Leitungsaufgaben gewesen, sagt Reinhold. In diesen Bereichen war sie auch als Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig.

Weil die Kinderbetreuungseinrichtungen und damit auch die pädagogischen Teams immer größer würden, seien Leitungsthemen wie Führungsstil, Kommunikation und Abläufe immer wichtiger. Dafür bringt Reinhold das nötige Rüstzeug mit.

Seit 2009 hatte Frauke Reinhold die damals neu geschaffene und von ihr aufgebaute Stelle als Fachberaterin für die 31 evangelischen und kommunalen Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf inne. Nach fast zwölf Jahren sei es nun Zeit für eine Veränderung, begründet sie ihren Wechsel nach Esslingen. „Ich möchte gerne meine Erfahrungen an anderer Stelle einbringen“, sagt sie. Sie wird neben den Einrichtungen und deren Trägern auch die Mitarbeitenden beraten und Prozesse in den Teams begleiten. Außerdem gehört die Planung und Durchführung von Fortbildungen zu ihren Aufgaben.

Im Moment steht alles unter dem Einfluss von Corona. Daraus hätten sich viele Fragen für den Kita-Alltag ergeben: Wie organisiert man Neuaufnahmen oder Geburtstage, können Elterngespräche stattfinden, wie verhindert man, dass sich Gruppen mischen oder dürfen die Kinder trotzdem zusammen kochen, nennt Reinhold einige Beispiele. Weil die Fragen fast überall ähnlich sind, will die Fachfrau die Einrichtungen stärker vernetzen und den Austausch fördern. Auch die ständig veränderten Hygiene- und Schutzhinweise stellen die Erzieherinnen vor große Aufgaben. Als Fachberaterin will Reinhold diese Hinweise so aufbereiten, dass sie relativ leicht in die Praxis umzusetzen sind. So hat sie etwa eine Checkliste und methodische Anregungen für Elternabende unter Pandemiebedingungen zusammengestellt. Die Fachberaterin weiß, dass sich durch die Pandemie die Arbeit in den Kitas verändert hat. „Deshalb muss man nun schauen, welche neuen Themen entstanden sind und wie man darauf reagieren kann bzw. welche Impulse ich geben kann.“

Auch Reinholds Anfang in Esslingen wird durch Corona erschwert: Denn als erstes wolle sie alle Einrichtungen kennenlernen, hören, welche Themen im Kirchenbezirk Esslingen wichtig sind und welche neuen Aufgaben oder Planungen anstehen. „Mir in der aktuellen Situation einen Überblick zu verschaffen, wird eine Herausforderung.“ Doch sie freue sich schon jetzt auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Personal. Es sei wichtig, Ziele gemeinsam abzustecken.
Am Herzen liegt ihr, wieder bei einem kirchlichen Träger zu arbeiten: „Dort ist man durch gleiche Werte und im Glauben verbunden“, sagt sie. Ausgleich findet Frauke Reinhold in Besinnungs- und Schweigetagen, die sie immer wieder besucht und deren geistliche Impulse ihr wichtig sind, aber auch beim Ausdauersport wie dem Marathonlauf. Außerdem engagiert sie sich als ehrenamtliche Prüferin bei der IHK Region Stuttgart.