Gerechtigkeit und Frieden

Friedenstaube

"Nichts zeichnet einen Christen so sehr aus als dies: Friedensstifter zu sein." (Basilius der Große) 

Friedensarbeit ist Kern- und  Querschnittsthema in den vielfältigen Aufgabenfeldern der Kirche. Dem Reich Gottes Gedanken Jesu entspricht es, Gerechten Frieden in allen Verhältnissen zu erstreben, darum zu bitten und in aller Unvollkommenheit "anzufeiern". Im Abendmahl mit Friedensgruß kommt sinnfällig zum Ausdruck, dass Jesus Christus unser Friede ist und uns zum Frieden und der Versöhnung befähigt. Nur versöhnte und in sich stimmige Menschen können glaubhaft Frieden stiftend sein.  Evangelische kirchliche Friedensarbeit empfängt ihre Kraft und ihre Inspiration mit Christus in der Mitte und wirkt so  in Politik und Gesellschaft hinein. 

"Könnte ich doch hören, was Gott der Herr redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen." Psalm 85, 9-11

Nagelkreuzgemeinschaft

Der Kirchenbezirk ist Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft Coventry.

Beauftragter für Friedensarbeit im Kirchenbezirk Esslingen ist Stefan Schwarzer. Gemeinsam mit einem Team (Gottfried Gienger, Dr. Markus Geiger, Christof Hermann, Jörg Schubert) bietet er ganz unterschiedliche Veranstaltungen an: Friedensgebete an wechselnden Orten, Kinogottesdienste, Bildungsveranstaltungen, Wanderungen und mehr. Ein die Tätigkeiten begleitendes Nagelkreuz zeugt davon, dass der Kirchenbezirk Mitglied in der Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry ist. Diesem entsprechend geht es thematisch regelmäßig um Versöhnung, doch darüber hinaus freilich auch um konstruktive Konfliktbearbeitung und eine kritische Auseinandersetzung mit militärischen Lösungsansätzen. Kirche Jesu Christi zu sein, kann und muss aus Sicht unseres Teams bedeuten, dass wir Friedenskirche sein wollen und müssen.

Coventry – Versöhnung statt Hass

Das Nagelkreuz von Coventry steht als Zeichen der Versöhnung in vielen Zentren der Welt, in Europa und in Deutschland, wo sich Menschen die Aufgabe stellen, an der Überwindung der Gegensätze mitzuwirken. Die Geschichte des Nagelkreuzes ist von beispielhafter Bedeutung. Am 14. November 1940 zerstörten deutsche Bombengeschwader die Stadt Coventry in England und mit ihr die mittelalterliche Kathedrale St. Michael. Bei den Aufräumungsarbeiten fanden sich in den Trümmern grosse eiserne Nägel , die seit dem 14. Jahrhundert die schweren Balken des Gewölbes im Kirchenschiff gehalten hatten. Aus drei solcher Nägel wurde ein Kreuz gebildet. Daraus entstand das Symbol des Nagelkreuzes von Coventry, das heute auf dem Altar der neuen Kathedrale steht. Später ließ der damalige Dompropst Richard Howard an die Ruinen der Chorwand schreiben: ”Father forgive” (Vater vergib). So wurde aus den Überresten der Zerstörung ein Symbol geschaffen, das den Geist der Vergebung und des Neuanfanges ausdrücken will: Versöhnung statt Hass. 

Das Nagelkreuz von Coventry als Herausforderung zur Versöhnung in Deutschland.

Das Nagelkreuz von Coventry fordert auch uns Deutsche heraus, mit unserer zwiespältigen Vergangenheit im Geiste der Versöhnung umzugehen. Das Nagelkreuz will als Symbol für Frieden und Versöhnung hineinwirken in die konkreten Situationen der Menschen unserer Gegenwart. In diesem Zeichen suchen wir den Dialog zwischen Menschen verschiedener Nationen und Religionen, um gemeinsam den Weg zu einem gerechten Frieden zu finden.

Nagelkreuzgemeinschaft: Gemeinsam leben im Zeichen der Versöhnung

Die Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry hat ihre geistlichen Wurzeln in der biblisch begründeten Regel des Hl. Benedikt von Nursia (aus dem 6. Jahrhundert): Beten und Arbeiten (ora et labora), Frömmigkeit und Leben werden als Einheit verstanden. 

Für die inzwischen weltweite Nagelkreuzgemeinschaft haben sich drei geistliche Elemente herausgebildet:

• das Versöhnungsgebet und die Fürbitte füreinander
• der gemeinsame Dienst der Versöhnung in Konfliktbereichen der Welt
• die gemeinsame Lebensregel

Die gemeinsame Lebensregel sowie weitere Materialien finden Sie auf der Seite der Nagelkreuzgemeinschaft zum Download.

Kontakt:

Pfarrer Stefan Schwarzer

Tel. 0711 316 76 33
stefan.schwarzerdontospamme@gowaway.elkw.de